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Dem Fachkräftemangel begegnen

Günter Mosen, Mitglied der Geschäftsführung des Barmherzige Brüder Trier e.V. (BBT)

Günter Mosen

Seit wann sind in der Einrichtung Freiwillige im Einsatz?
Seit 2006 besteht ein Rahmenvertrag mit einem Träger des FSJ. Die Einrichtungen der BBT-Gruppe hatten viele Zivildienstleistende im Einsatz auch mit dem Ziel, junge Männer für soziale Berufe zu interessieren.

Welche Erfahrungen machen Sie mit Freiwilligen, insbesondere im BFD?
Wir machen durchweg positive Erfahrungen mit unseren Freiwilligen. Alle sind unglaublich engagiert und bringen sich oft ein.

Die über 27-jährigen Freiwilligen im BFD sind eine neue Zielgruppe. Fallen dabei Besonderheiten auf?
Unter den BFDlern in unseren Einrichtungen ist eine Freiwillige über 27. Sie ist 50 Jahre alt und mit ganzem Herzen bei der Sache.

Was verspricht sich Ihre Einrichtung vom Einsatz Freiwilliger?
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Freiwilligen eine Entlastung und Unterstützung. Patientinnen und Bewohner profitieren durch die Freiwilligen von zusätzlichen Angeboten wie z. B. Spaziergänge oder Museumsbesuche.

Für die BBT-Gruppe ist der Einsatz von Freiwilligen eine wichtige Maßnahme, um gerade jungen Menschen eine berufliche Orientierung in einem spannenden und beruflich sehr vielseitigen Aufgabenfeld anzubieten. Natürlich wollen wir damit auch dem Fachkräftemangel begegnen. Insbesondere ist es uns wichtig, Männer für soziale Berufe zu interessieren und das Image der Gesundheitsfachberufe  insgesamt zu verbessern.

Doch bei allem steht eines im Vordergrund, bei dem wir alle nur gewinnen können: der Beitrag von Freiwilligen für eine soziale, gerechte und partnerschaftliche Gesellschaft im Miteinander der Generationen, die das Leben erst wirklich lebenswert macht.

Gibt es Abteilungen oder Bereiche, die Sie grundsätzlich nicht als Tätigkeitsfeld für Freiwillige sehen?
Das hängt ganz individuell von der persönlichen Reife ab. Es kann sein, dass junge Freiwillige mit der Situation auf einer Intensivstation oder im Hospizdienst überfordert sind. Wichtig ist hier deutlich zwischen Freiwilligendienst und Profession zu unterscheiden: Freiwillige sind kein Ersatz für Fachkräfte, sondern ergänzen deren Professionalität durch ihr Engagement im Dienst für Menschen! 

Welche Wünsche und Anforderungen haben Sie an die Themen und Ziele der Bildungsseminare (pädagogische Begleitung) für die Freiwilligen?
Die pädagogische Begleitung übernimmt unser Partner Soziale Lerndienste im Bistum Trier. Wir bieten den Freiwilligen aber auch zusätzliche Seminare und Kurse an, fachbezogen oder auch im EDV-Bereich.

Wie ist die Praxisanleitung in den Einsatzstellen organisiert? Gibt es dafür Standards?
Es gibt einen zentralen Ansprechpartner für die Praxisanleiterinnen und -anleiter in den Einrichtungen. Und in besonders herausfordernden Einsatzstellen wie beispielsweise der Psychiatrie werden die dort eingesetzten Freiwilligen in besonderen Schulungen auf die Krankheitsbilder der Patientinnen und Patienten vorbereitet. 

 

Zur Person

Günter Mosen ist seit 1970 bei den Barmherzigen Brüdern Trier. Seit 1994 ist er in der Geschäftsführung, seit 2004 Geschäftsführer von „Ressort 4“, zu dem die Bereiche Soziale und berufliche Rehabilitation, Psychiatrie und Altenhilfe gehören. Mosen ist gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann.

Über die Einrichtung

  • Tätigkeitsschwerpunkte: Krankenhäuser, Alten- und Behindertenhilfe, vor allem stationär, aber auch mit ambulanten Diensten (Pflegedienst, Hospiz)
  • Mitarbeiter/innenzahl gesamt: 9.500
  • Anzahl Freiwillige: 42 BFD, 56 FSJ    
  • Anzahl Einrichtungen: 30

Weitere Informationen: www.bb-trier.de