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Unsere Arbeit von innen vorstellen

Prof. Dr. h.c. Hermann Schoenauer, Rektor und Vorstandsvorsitzender der Diakonie Neuendettelsau

Prof. Dr. h.c. Hermann Schoenauer

Seit wann sind in der Einrichtung Freiwillige im Einsatz?
Bereits im Jahr 1954 wurde in Neuendettelsau das Angebot eines Diakonischen Jahres geschaffen, insofern sind wir noch vor der gesetzlichen Regelung des Freiwilligen Sozialen Jahres 1964 Initiatoren eines Freiwilligendienstes gewesen.

Welche Erfahrungen machen Sie mit Freiwilligen, insbesondere im BFD?
Wir machen sehr positive Erfahrungen mit Freiwilligen. Viele lernen durch den Dienst soziale Arbeit kennen und nutzen ihn zur Berufsorientierung. Etliche besuchen danach unsere Schulen, weil wir sie für soziale Arbeit begeistern konnten. Der Freiwilligendienst bildet ein soziales Empfinden und Gewissen, dies ist eine gesellschaftliche Aufgabe und nach dem Wegfall des verpflichtenden Zivildienstes besonders wichtig.

Die über 27-jährigen Freiwilligen im BFD sind eine neue Zielgruppe. Fallen dabei Besonderheiten auf?
Auch mit den älteren Freiwilligen im BFD machen wir sehr positive Erfahrungen. Auch bei Langzeitarbeitslosen sehen wir gute Chancen einer beruflichen Orientierung.

Was verspricht sich Ihre Einrichtung vom Einsatz Freiwilliger?
Zunächst denke ich an die Mitarbeitergewinnung. Über den Dienst können wir unsere Arbeit gewissermaßen „von innen“ vorstellen und die Scheu vor herausfordernden Arbeitsfeldern nehmen. Auch möchten wir durch diese Einblicke ein soziales Bewusstsein wecken und stärken und so in die Gesellschaft hinein wirken. Für unsere Bewohnerinnen und Bewohner, Patientinnen und Patienten können wir durch die freiwilligen Helferinnen und Helfer zusätzliche Angebote schaffen.

Gibt es Abteilungen oder Bereiche, die Sie grundsätzlich nicht als Tätigkeitsfeld für Freiwillige sehen?
Ob das mit den Tätigkeitsfeldern passt, hängt immer von ganz individuellen Fähigkeiten des oder der Freiwilligen und den Anforderungen der Einsatzstelle ab. Auch einen Einsatz in schwierigen Feldern wie beispielsweise im Hospiz halte ich für möglich, wenn sich die Freiwilligen der Situation stellen möchten.

Welche Wünsche und Anforderungen haben Sie an die Themen und Ziele der Bildungsseminare (pädagogische Begleitung) für die Freiwilligen?
Die Begleitung ist ein Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und unterstützt den Einsatzalltag. Dazu bieten wir auch Fachthemen an wie beispielsweise eine Rückenschule oder den Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit ADHS. Und ein Erste-Hilfe-Kurs gehört zu unserem festen Programm. Darüber hinaus ist hier der Raum zur Auseinandersetzung mit ethischen Themen und Fragen, mit den Werten gesellschaftlichen Zusammenlebens und unserem Menschenbild.

Hier möchten wir die Freiwilligen auch befähigen, für unsere Bewohnerinnen und Bewohner in menschlich schwierigen Situationen jederzeit ansprechbar zu sein – auch das ist Teil sozialer Arbeit und unseres diakonischen Auftrages.

Wie ist die Praxisanleitung in den Einsatzstellen organisiert? Gibt es dafür Standards?
In jeder Einsatzstelle gibt es Praxisanleiterinnen und -anleiter, die ausgebildete Fachkräfte sind. Bei uns gelten die Standards der Evangelischen Trägergruppe.

 

Zur Person

Prof. Dr. h.c. Hermann Schoenauer ist seit 1987 bei der Diakonie Neuendettelsau, Rektor und Vorstandsvorsitzender ist er seit 1990. Der Theologe und Pädagoge hat während des Studiums in einem Altenheim gearbeitet.

Über die Einrichtung

  • Tätigkeitsschwerpunkte: Bildungsarbeit, Altenhilfe, Krankenhäuser und Behindertenhilfe
  • Mitarbeiter/innenzahl gesamt: 6.600 in Deutschland und im Ausland (Spanien, Polen und Rumänien)
  • Anzahl Freiwillige: insgesamt 85; davon 63 im FSJ, 22 im BFD (18 unter 27 Jahren, 4 über 27 Jahren)

Weitere Informationen: www.diakonieneuendettelsau.de