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Engagement gehört zu uns

Volker Billhardt, Geschäftsführer des DRK-Landesverbandes Berliner Rotes Kreuz e. V.

Welche Erfahrungen machen Sie mit Freiwilligen, insbesondere im BFD?
BFDlerinnen und BFDler setzen wir gerne in Senioreneinrichtungen ein, insbesondere die Älteren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass diese Freiwilligen besonders selbstständig tätig sind.

Die über 27-jährigen Freiwilligen im BFD sind eine neue Zielgruppe. Fallen dabei Besonderheiten auf?
Die älteren Freiwilligen können ihre Lebenserfahrung und eigene Talente in die Tätigkeit einbringen. Wir haben auch BFDler, die vor dem Dienst ALG II bezogen haben. Diese versprechen sich nach dem Dienst bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und haben die Möglichkeit, durch den BFD einen kleinen Betrag hinzu zu verdienen.

Was verspricht sich Ihre Einrichtung vom Einsatz Freiwilliger?
Menschen, die für eine begrenzte Zeit, meist ein Jahr, von außen in die Einsatzstellen kommen, sind für uns und unsere hauptamtlichen Mitarbeitenden eine wichtige Bereicherung: Sie bringen ihren frischen Blick von außen ein sowie ihre Talente. Und sie unterstützen die Arbeit der Hauptamtlichen und entlasten diese. Die betreuten Menschen profitieren auch, sie haben so immer wieder neue Ansprechpersonen neben den fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Und die Mithilfe der Freiwilligen ermöglicht mehr betreute Zeit und Angebote.

Das Rote Kreuz war schon immer auf bürgerschaftliches Engagement angewiesen, auf Freiwillige und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Engagement gehört einfach zu uns. Und die Freiwilligendienste sind für uns eine wichtige Quelle der Nachwuchsgewinnung – etliche Mitarbeitende haben einmal ein FSJ bei uns gemacht und haben uns und unsere Arbeit auf diese Weise kennengelernt. 

Gibt es Abteilungen oder Bereiche, die Sie grundsätzlich nicht als Tätigkeitsfeld für Freiwillige sehen?
Rahmenbedingung ist für uns natürlich die Arbeitsmarktneutralität der freiwilligen Tätigkeit. Und wir setzen Freiwillige nur dort ein, wo eine Betreuung und Anleitung durch Hauptamtliche gegeben ist, die auch mal unterstützen können, wenn es Unsicherheiten oder eine Krise gibt.

Welche Wünsche und Anforderungen haben Sie an die Themen und Ziele der Bildungsseminare (pädagogische Begleitung) für die Freiwilligen?
Wir führen die Seminare der pädagogischen Begleitung selbst durch. Wichtige Themen sind für uns Begegnung mit Menschen, Praxisreflexion und Begleitung der Persönlichkeitsentwicklung sowie je nach Einsatzfeld der Freiwilligen Einführung in die Pflege oder Behindertenarbeit.

In den Bildungstagen für die älteren BFDler haben wir in der Mitte der Einsatzzeit eine Woche in einem Bildungshaus an der Müritz vorgesehen, um dadurch Abstand zu gewinnen und unseren teilweise einkommensschwachen Freiwilligen einmal einen Aufenthalt außerhalb Berlins zu ermöglichen.

Wie ist die Praxisanleitung in den Einsatzstellen organisiert? Gibt es dafür Standards?
In den Einrichtungen gibt es feste Ansprechpartner für die Freiwilligen, die die Anleitung organisieren.



Zur Person

Diplom-Soziologe Volker Billhardt ist seit 1980 beim DRK-Landesverband tätig. Landesgeschäftsführer ist er seit März 2012.

Über die Einrichtung

  • Tätigkeitsschwerpunkte: Nationale Hilfsgesellschaft (Katastrophenschutz, Erste Hilfe, Notfallrettung und Krankentransport), Wohlfahrtsverband (stationäre und ambulante Hilfen für Seniorinnen und Senioren und für Menschen mit Behinderungen, Jugendhilfe, berufliche Rehabilitation)
  • Mitarbeiter/innenzahl gesamt: 1.400 inkl. der Mitarbeiter/innen der Kreisverbände zzgl. 3.600 Mitarbeiter/innen an den fünf DRK-Krankenhäusern in Berlin (rechtlich getrennt vom DRK Landesverband Berlin)
  • Anzahl Freiwillige: 12 BFD, 260 FSJ (davon 70% Frauen, 30% Männer; 30% mit Migrationshintergrund; auf die Plätze bewerben sich ca. 1.300 Interessent/innen); 10 der Freiwilligen im BFD sind über 27 Jahre

Weitere Informationen: www.drk-berlin.de