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„Ein deutsches Mädchen“: Ausstieg aus der Neonazi-Szene

Theater mal anders! Mehrere Freiwillige des Bildungszentrums Bodelshausen nahmen die Gelegenheit wahr, die offene Probe des Stücks „Ein deutsches Mädchen“ zu besuchen – eine eindrucksvolle Inszenierung des Landestheaters Tübingen (LTT).

Der Besuch des Landestheaters stellte für viele Freiwillige das Highlight ihrer Seminarwoche dar. Neben dem Inhalt und der Inszenierung waren die Teilnehmenden vor allem von der Möglichkeit begeistert, nach der Probe mit der Hauptdarstellerin und dem Team, bestehend aus Regie, Dramaturgie und Theaterpädagogik, ausführlich ins Gespräch zu kommen; nicht zuletzt, da die Regieassistentin ebenso eine Freiwillige war und Seminare am BiZ Bodelshausen besuchte.

„Ein deutsches Mädchen“ ist ein Solo-Stück über das Leben von Heidi Benneckenstein, einer bekannten Aussteigerin der rechtsextremen Szene. Es verdeutlicht, wie Erziehung und das Bedürfnis nach Anerkennung gepaart mit Zweifeln und inneren Konflikten ein junges Leben prägen können, und wie schwer es ist, einer idiologischen Parallelwelt zu entkommen. Im anschließenden Gespräch mit dem Team der Inszenierung ging es daher thematisch um Indoktrination und Prägung, um Angst, Mut und darum, was es für junge, diverse Theatermenschen bedeutet, ein Klassenzimmerstück zu inszenieren, das Monate später auch am Bildungszentrum aufgeführt wurde.

Dank Ulrike Krone, Dozentin am Bildungszentrum Bodelshausen, hat der Besuch des Landestheaters Tübingen Tradition. Bereits in der Vergangenheit profitierten die Freiwilligen des Bildungszentrums Bodelshausen von einer etablierten Kooperation. So wurden ihnen Führungen hinter der Bühne, durch die Werkstätten und Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche gewährt sowie theaterpädagogische Improvisationskurse und Workshops zum Thema „Theater und Politik“ angeboten, die durchweg positiv und als sehr bereichernd von ihnen bewertet wurden. Auch dieses Mal stand im Landestheater für die Freiwilligen ein vielfältiges Programm auf dem Plan, das sie beeindruckte. Im Laufe der Seminarwoche sprachen sie daher immer wieder über die eindrückliche Vorführung, was zeigte: Bildung trifft auf Kunst, Kunst auf politische Bildung. Eine sehr bereichernde Kombination.