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Ein Bundesfreiwilligendienst unter besonderen Umständen – am Bildungszentrum Bad Oeynhausen

Ana Torres ist 25 Jahre alt und kommt aus Kolumbien. Seit August 2020 leistet sie ihren Bundesfreiwilligendienst am Bildungszentrum Bad Oeynhausen. In diesem Artikel beschreibt sie die besonderen Herausforderungen eines BFD unter Corona-Bedingungen: Von eigenen kleinen und großen Erfolgen, der Überraschung, dass kaum Präsenzseminare stattfinden konnten, und ihrem Eingewöhnungsprozess in Deutschland.

Eine neue Entscheidung zu treffen und die Komfortzone zu verlassen ist nicht einfach. Man hat eine Mischung aus Gefühlen und Erwartungen, die sehr schwer zu beschreiben sind. Im Ausland zu arbeiten ist jedoch ein Abenteuer voller Herausforderungen. Man hat die Möglichkeit eine neue Sprache, neue Kulturen und Traditionen und neue Menschen kennen zu lernen.

Zuerst wusste ich nicht, ob es einfach sein würde einen Bundesfreiwilligendienst zu finden, da mein Deutschniveau zu dieser Zeit noch nicht so fortgeschritten war. Ich habe täglich Deutsch gesprochen, aber ich war mir nicht sicher, ob mein Wissen ausreicht.

Die Eingewöhnungsphase im Bildungszentrum

Zum Glück habe ich einen BFD im Bildungszentrum Bad Oeynhausen im Freizeitbereich angefangen. Diese Stelle gefällt mir sehr. Ich kann Büroaufgaben übernehmen und die Verwaltung unterstützen. Ich bin verantwortlich für das Freizeitprogramm unserer Seminarteilnehmenden. Ich bereite jedes einzelne Angebot vor und biete auch selbst Kurse an. So haben wir z.B. beim Rumba zu lateinamerikanischer Musik getanzt und online die Spiele „Among Us“ oder „Werwölfe von Düsterwald“ gespielt.

Ich habe häufig viel Spaß bei der Arbeit. Ich lerne gerne neue Leute kennen, auch wenn es zu Beginn etwas schwierig war, wegen meiner fehlenden Deutschkenntnisse, da ich noch keine langen Gespräche führen konnte. Dank meines Deutschkurses und dem täglichen Üben zuhause, mit meinen Kolleginnen und Kollegen und mit den Teilnehmenden, habe ich schnell viele neue Vokabeln gelernt und bin sicherer beim Sprechen der Sprache.

Als ich mit meinem BFD begonnen habe war gerade seminarfrei. Ich nutzte die Zeit, um meine Aufgaben besser kennen zu lernen, Angebote für den Freizeitplan zu suchen und zu erstellen und mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen bekannt zu machen. 

Nach der Sommerpause sind wir mit Präsenzseminaren unter besonderen Hygienebedingungen gestartet und jede Woche war sehr interessant. Im Freizeitbereich hatten wir die Möglichkeit, verschiedene Aktivitäten wie Sport zu machen, gemeinsam zu kochen und kreative Angebote anzubieten. Zusätzlich habe ich mich mit anderen Freiwilligendienstleistenden über unsere beruflichen und persönlichen Erfahrungen ausgetauscht.

Die besonderen Herausforderungen durch Corona

Ende Oktober wurden die Isolationsregeln wegen des Coronavirus leider wieder strenger, was bedeutete, dass keine Präsenzseminare mehr angeboten werden konnten. Zu diesem Zeitpunkt fanden mehrere virtuelle Sitzungen mit dem gesamten Team des Bildungszentrums statt, in denen die für den Start der virtuellen Seminare benötigten Werkzeuge koordiniert wurden.

Ich persönlich war überrascht, dass alles so schnell ging und das Team sehr gut organisiert war. Schon vor dem zweiten Lockdown wurden die besten Tools für Online-Seminare ausprobiert und jeder Dozierende bereitete die virtuellen Seminare vor. Es gab im Team viel zu tun, aber dank der guten Arbeitsaufteilung und dem Enthusiasmus im Team wurde alles in der vorgegebenen Zeit geschafft. Auch die Angebote im Freizeitbereich wurden nun virtuell durchgeführt. Wir suchten nach den besten Optionen für die Teilnehmenden der Seminare. Wir haben weiterhin Sportangebote und Online-Spiele angeboten. Obwohl es beim virtuellen Freizeitprogramm weniger Teilnehmende gab als bei den Präsenzseminaren, habe ich von vielen Leuten etwas gelernt und wir hatten viel Spaß.

Ein Zwischenfazit nach mehreren Monaten als Bundesfreiwilligendienstleistende

Wenn mich jemand fragen würde, ob ich vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen und den vielen Gesprächen mit anderen Freiwilligen einen BFD empfehlen kann, ist mein Eindruck, dass es sich lohnt einen BFD zu machen. Es ist die beste Gelegenheit, etwas über das Arbeitsleben in Deutschland zu lernen. Man spricht jeden Tag mit Leuten, die woanders auch einen BFD durchführen und man kann so mehr über die Berufe lernen und hat eine Berufsorientierung. Eine Vielzahl der Menschen, die einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren, machen gute Erfahrungen. Die Arbeit macht Spaß und sie wollen zukünftig eine Ausbildung oder einen Beruf in diesem Bereich ausüben. Ich bin glücklich, diese Erfahrung gemacht zu haben und dankbar für meine Kolleginnen und Kollegen. Nach meinem BFD beginne ich eine Ausbildung als Industriekauffrau.

Text: Ana Torres BiZ Bad Oeynhausen
Foto: Privat