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Stiller Marsch – Gedenkstättenfahrt am Bildungszentrum Kiel

Im Dezember 2025 fuhren Dozierende des Bildungszentrums Kiel mit einer Gruppe Freiwilliger nach Polen. Gemeinsam besuchten sie zunächst das Konzentrationslager Majdanek im gleichnamigen Stadtteil von Lublin, bevor die Reise sie weiter nach Bełżec führte.

Bełżec ist ein kleiner, unscheinbarer Ort im Osten Polens. Obwohl er im Vergleich zu Auschwitz der Weltöffentlichkeit weniger bekannt ist, ist Bełżec ebenfalls ein Ort, an dem im Jahr 1942 wortwörtlich die Hölle auf Erden stattgefunden hat. Im Rahmen der „Aktion Reinhardt” wurde dort im November 1941 sowie in Sobibór und Treblinka ein Vernichtungslager gebaut, um die auf der Wannseekonferenz beschlossene „Endlösung der Judenfrage” zu verwirklichen. Die Nationalsozialisten ermordeten dort schätzungsweise über 500.000 Menschen, überwiegend galizische Juden. Die Täter versuchten anschließend, die Spuren ihrer Mordmaschinerie zu beseitigen. Die Opfer hingegen wurden – ohne, dass eine Karteiführung der Lagerinsassen oder Gefangenen erfolgte – namenlos und undokumentiert ausgelöscht. Nur drei Menschen überlebten diesen Ort: Chaim Hirszman, Israel Spira und Rudolf Reder. Letzterer sagte später über das Vernichtungslager Bełżec: „Wir waren auf dem Weg in einen sicheren und grausamen Tod.“

Die Atmosphäre vor Ort ist entsprechend bedrückend. Obgleich die Täter die Tötungszone gründlich unter Verschluss halten wollten, um ihre Verbrechen geheim zu halten, ist der Tod überall vor Ort noch immer greifbar. Als die Gruppe den „Todesmarschweg“ betritt, herrscht Stille. Man kann erahnen, dass sich die Anwesenden in diesem Moment intensiv mit der Vergangenheit auseinandersetzen, denn dies ist in ihren traurigen, ratlosen und beinah verängstigten Gesichtern abzulesen. Bełżec ist daher ein Mahnmal menschlicher Gewalt und der tiefsten Abgründe. Was von diesem Ort bleibt, ist die Erkenntnis und das Bewusstsein, dass aus dem Versprechen „Nie wieder“ nicht ein „Schon wieder“ werden darf.