Vom Weg in die NS-Diktatur bis zur Erinnerungskultur heute – Gedenkstättenfahrt des Bildungszentrums Bad Oeynhausen nach Berlin 2026
Vom 9. bis 13. März 2026 reisten 20 Bundesfreiwilligendienstleistende gemeinsam mit den Dozierenden Beate Pelzer und Bastian Rohs vom Bildungszentrum Bad Oeynhausen nach Berlin. Ziel der Gedenkstättenfahrt war es, die nationalsozialistische Vergangenheit an historischen Orten zu erfassen und kritisch zu reflektieren. Gleichzeitig ging es darum, zu verstehen, welche Verantwortung sich aus der Geschichte für die Gegenwart ergibt.
Vorbereitet wurde die Fahrt durch ein Seminar im Bildungszentrum. Dort klärten die Teilnehmenden organisatorische Fragen und erarbeiteten sich zentrale Grundlagen zur NS-Diktatur. So startete die Gruppe mit einem gemeinsamen Vorwissen in die Woche.
Berlin 1933: Der Weg in die Diktatur
In Berlin erwartete die Teilnehmenden ein vielseitiges Programm. Ein Stadtrundgang unter dem Titel „Berlin 1933 – Der Weg in die Diktatur“ vermittelte zu Beginn der Woche das erste Jahr der NS-Herrschaft anschaulich.
An ausgewählten Orten – darunter der Invalidenfriedhof, das ehemalige Zentralkrankenhaus der Polizei Berlin und das frühere Krieger-Vereinshaus – wurde deutlich, wie schnell demokratische Strukturen zerstört wurden und die junge deutsche Republik in eine Diktatur umgestaltet wurde. Propaganda, Gewalt und die Verfolgung politischer Gegner spielten dabei eine zentrale Rolle.
Orte des Terrors und der Erinnerung
Ein weiterer Programmpunkt war der Gedenkort „Topographie des Terrors“. Dort wurde die Bedeutung von Gestapo und SS für das nationalsozialistische Terrorsystem deutlich. Anhand von Dokumenten und Fallbeispielen erhielten die Teilnehmenden konkrete Einblicke in die Verbrechen des NS-Regimes. Gemeinsame Fotoanalysen bildlich festgehaltener Verbrechen halfen dabei, die Inhalte zu erschließen.
Im Berlin Story Bunker ergänzte eine multimediale Ausstellung die Perspektiven auf die NS-Zeit. Eingerichtet in einem weitgehend erhaltenen Luftschutzbunker aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges konnten die Teilnehmenden ihr Wissen über den Holocaust, den Weg von einer Demokratie in eine Diktatur, die Hitler-Begeisterung der deutschen Bevölkerung, den Holocaust sowie den Untergang im Führerbunker vertiefen.
Besonders eindrücklich war der Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen. Das Erleben von Stätten wie dem vormaligen Erschießungsgraben, den Resten des Krematoriums oder noch weitgehend im Originalzustand erhaltenen Unterkunftsbaracken machten die Dimensionen von Unrecht, Gewalt, Zwangsarbeit und Entmenschlichung den Bundesfreiwilligendienstleistenden greifbar.
Reflexion und Nachbereitung
Neben den inhaltlichen Programmpunkten spielte auch die gemeinsame Reflexion eine wichtige Rolle. Beim „Walk & Talk“ entlang des Spreeufers tauschten sich die Teilnehmenden über ihre gewonnenen Eindrücke, das neue Wissen sowie die erlebten Erfahrungen aus.
Ein Nachbereitungsseminar im Bildungszentrum wird die Erfahrungen der Woche aufgreifen. Ziel ist es, die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus und der Erinnerungskultur nachhaltig zu vertiefen.