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10 Jahre BFD: Die Jubiläums-Chronik

Seit 2011 können sich Menschen mit einem Bundesfreiwilligendienst für das Allgemeinwohl engagieren – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und Art des Schulabschlusses. Der BFD kann im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich, in den Bereichen Sport, Integration sowie Zivil- und Katastrophenschutz geleistet werden. Seit seiner Einführung haben mehr als 400.000 Menschen einen Bundesfreiwilligendienst geleistet. Welche Ereignisse den BFD in dieser Zeit geprägt haben und welche Entwicklung er gemacht hat, das erfahren Sie in unserer Jubiläums-Chronik.

2011

Zeit, das Richtige zu tun: Unter diesem Motto startet am 1. Juli 2011 der Bundesfreiwilligendienst.

Zuvor waren die Allgemeine Wehrpflicht und der Zivildienst ausgesetzt worden. Das Neue am BFD: er kann unabhängig von Geschlecht, Alter und Herkunft freiwillig geleistet werden. Damit soll der BFD eine neue Kultur der Freiwilligkeit in Deutschland schaffen, möglichst vielen Menschen ein Engagement für die Allgemeinheit ermöglichen und die Folgen der Aussetzung des Zivildienstes teilweise kompensieren.

Genau 50 Jahre nach dem Dienstantritt der ersten Zivis und nach dem Einsatz von mehr als zweieinhalb Millionen Zivildienstleistenden in mehr als 37.000 Dienststellen, dankt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) allen am Zivildienst beteiligten für ihr großes Engagement. Das Bundesamt für den Zivildienst in Köln bekommt die Durchführung des BFD übertragen und erhält die neue Bezeichnung „Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben“.

Zuletzt waren noch rund 19.700 Zivis im Dienst. Zum Start des BFD konnten bereits 17.300 Freiwillige gewonnen werden, darunter 14.300 Zivildienstleistende, die freiwillig ihren Dienst verlängert hatten. „Der neue Bundesfreiwilligendienst kommt bei den Menschen an“, so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues. „Wir haben von Anfang an klargemacht: Der Zivildienst war ein Pflichtdienst, den junge Männer absolvieren mussten. Jetzt müssen echte Freiwillige gewonnen werden. Das ist eine Aufgabe, an der sich alle beteiligen müssen. Die Zahlen zeigen, dass das gelingt.“

Weitere Informationen finden Sie in der damaligen Pressemitteilung auf www.bundesfreiwilligendienst.de.

2012

Der BFD feiert den ersten Geburtstag und erhält viel Zuspruch: Bis Juli 2012 haben bereits 50.000 Bufdis eine BFD-Vereinbarung abgeschlossen. Ein voller Erfolg für freiwilliges Engagement in Deutschland: „Uns ist es hervorragend gelungen, die historische Chance für den Ausbau von freiwilligem Engagement in Deutschland zu nutzen“, sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder (CDU) in Berlin.

„Die beeindruckenden Zahlen zeigen, dass es generationenübergreifend eine hohe Bereitschaft zum Engagement in unserer Gesellschaft gibt. Darauf sind wir sehr stolz. Dass der Start so erfolgreich verläuft, verdanken wir insbesondere den vielen Menschen, die sich im BFD für das Gemeinwohl engagieren. Dafür gebührt ihnen unser Dank, unser Respekt und unsere Anerkennung“, so die Ministerin weiter.

Am 4. September 2012 laden Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (beide CDU) zu einer besonderen Art der Staffelübergabe ins Bundeskanzleramt ein: Bundesfreiwillige des ersten und des zweiten Jahrgangs feiern dort den Start in das zweite Jahr des Bundesfreiwilligendienstes.

Weitere Informationen finden Sie in der Meldung des BMFSFJ sowie in der Pressemitteilung auf www.bundesfreiwilligendienst.de.

2013

Die Erfolgsgeschichte des BFD geht auch im zweiten Jahr nach der Einführung weiter: Im September 2013 wird die Marke von 100.000 Bundesfreiwilligen erreicht. Für Kristina Schröder (CDU), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, hat der Bundesfreiwilligendienst damit alle Erwartungen übertroffen: „Nach zwei Jahren Bundesfreiwilligendienst können wir eine überaus positive Bilanz ziehen: 100.000 Menschen – Frauen und Männer, Jung und Alt – haben sich seit Einführung des Bundesfreiwilligendienstes engagiert“, so die Ministerin. „Ich danke den vielen engagierten Menschen, die mit ihrem Einsatz einen großen Beitrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft leisten. Mir ist wichtig, dass die Leistungen aller Freiwilligen in unserem Land von unserer Gesellschaft noch stärker anerkannt werden. Ich danke den Einsatzstellen, Trägern und Verbänden, die den Freiwilligen die Chance ermöglichen, in ganz neuen Bereichen Erfahrungen zu sammeln und neue Kenntnisse und Fähigkeiten zu entwickeln.“

Ende 2013 heißt es dann „Engagement im Engagement“: Vom 18. November bis zum 5. Dezember 2013 findet die erste Wahl der BFD-Sprecherinnen und -Sprecher statt – bundesweit und komplett elektronisch. Die Bundessprecher und Bundessprecherinnen vertreten die Interessen der Bundesfreiwilligen gegenüber Einsatzstellen, Trägern, Zentralstellen, dem BMFSFJ sowie dem BAFzA.

Weitere Informationen finden Sie in der Meldung des BMFSFJ sowie in der Pressemitteilung auf www.bundesfreiwilligendienst.de.

2014

Hoher Besuch im BiZ Bad Oeynhausen: Bundespräsident Joachim Gauck besucht am 18. Februar 2014 das Bildungszentrum im Kreis Minden-Lübbecke und würdigt das freiwillige Engagement in Deutschland. Im Rahmen des Thementages „Freiwilligendienste und soziales Lernen“ trifft er Bundesfreiwillige, die ein Seminar zur politischen Bildung besuchen. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) begrüßt den Bundespräsidenten im Bildungszentrum und dankt ihm für die Anerkennung des Engagements der vielen Freiwilligen, aber auch all derjenigen, die im Hintergrund die Einsätze ermöglichen.

In einer regen Gesprächsrunde erfährt Bundespräsident Joachim Gauck mehr darüber, mit welcher Motivation die Freiwilligen ihren Dienst leisten und was ein Freiwilligendienst zur persönlichen Entwicklung beitragen kann. Für den Präsidenten ist es wichtig, Menschen zu treffen, die „aus eigenem Antrieb und ohne Profitdenken soziale Aufgaben übernehmen“. Ein freiwilliges Engagement sei „auch eine Begegnung mit uns selbst“, so der Bundespräsident.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.bundesfreiwilligendienst.de/news/bundespraesident.html

2015

2015 suchen Millionen Menschen auf der Flucht Schutz und ein besseres Leben in den Staaten der Europäischen Union. Die Flüchtlingskrise stellt Politik und Gesellschaft vor große Herausforderungen.

Auch im Bundesfreiwilligendienst spiegelt sich diese Entwicklung wider. Im November 2015 startet das Sonderprogramm „Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug“. Die bis zu 10.000 zusätzlichen BFD-Plätze mit Flüchtlingsbezug stehen für einheimische Freiwillige aber auch für Asylberechtigte und Asylbewerber offen, bei denen ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist.

„Im Hinblick auf den Zuzug der vielen von Krieg und Terror bedrohten Flüchtlinge in unserem Land ist es wichtig, dass wir die Flüchtlinge bei der Integration in unsere Gesellschaft tatkräftig unterstützen. Der neue Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug ist ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Stärkung unserer Willkommenskultur. Damit unterstützen wir das Engagement für Flüchtlinge genauso wie das Engagement von Flüchtlingen, die bei uns ein neues Zuhause finden wollen", sagt Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD).

Weitere Informationen finden Sie in der Meldung des BMFSFJ sowie in der Pressemittelung auf www.bundesfreiwilligendienst.de.

2016

Der Bundesfreiwilligendienst feiert sein fünfjähriges Bestehen. Mit mehr als 216.000 Freiwilligen seit seiner Einführung 2011 ist der BFD eine feste Größe für freiwilliges Engagement in Deutschland geworden.

In der Festschrift zum fünften Geburtstag heißt es von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD): „Der Bundesfreiwilligendienst fördert damit das gesellschaftliche Miteinander, bringt Menschen über Grenzen und Generationen zusammen und ist gleichzeitig ein persönlicher Gewinn für die freiwilligen Helferinnen und Helfer.“ Helga Roesgen, Präsidentin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, ergänzt: „In den vergangen fünf Jahren hat sich der Bundesfreiwilligendienst als eigenständige Säule im Gefüge der bestehenden Freiwilligendienste etabliert und ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“

Um das Engagement der vielen Freiwilligen sichtbar zu machen, eröffnet am 1. Juli 2016 Helga Roesgen eine Fotoausstellung, die in Zusammenarbeit mit Studierenden des Fachbereichs Design der Fachhochschule Dortmund konzipiert wurde. „Mit den Fotos wollen wir das wertvolle Engagement der vielen tausend Freiwilligen sichtbar machen und würdigen“, sagt Helga Roesgen zur Eröffnung. „Sie sind gern gesehene Helferinnen und Helfer in gemeinnützigen Einrichtungen und fördern mit ihrem Einsatz das gesellschaftliche Miteinander. Mit ihrem Engagement machen die ‚Bufdis‘ das Leben für viele Menschen jeden Tag ein bisschen leichter.“

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.bundesfreiwilligendienst.de/news/5-jahre-bfd.html

2017

Am 15. März 2017 führt das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben einen Tag der offenen Tür zum Thema „Bundesfreiwilligendienst“ durch. Eingeladen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsebene aus den verbandlichen Zentralstellen. Ca. 110 Gäste nutzen die Möglichkeit, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BFD-Referate persönlich kennenzulernen, Fragen zu besprechen und Kontakte zu knüpfen.

Seit fünf Jahren gibt es nun schon „ECHT – Das Heft für den Bundesfreiwilligendienst“ – im Sommer 2017 erscheint die 25. Ausgabe. In spannenden Reportagen über engagierte Freiwillige und interessante Einsatzstellen bietet ECHT einen Einblick in die Vielfalt des BFD. Aktuelle Tipps und Termine ergänzen das breite Angebot. Das Heft erscheint fünfmal im Jahr und wird kostenlos über die Einsatzstellen an alle Bundesfreiwilligen verteilt.

Aber nicht nur aktive Freiwillige profitieren vom Heft; alle, die generell an einem BFD interessiert sind, finden darin wertvolle Infos. Auch für viele Schulen, Berufsberatungen und Arbeitsagenturen ist das Heft eine beliebte Informations- und Motivationsquelle. Wer ECHT kennenlernen möchte, kann ein kostenloses Leseexemplar mit einer E-Mail an bestellen.

Die ECHT-Cover seit 2012:

2018

Für Generationen junger Männer war diese Adresse ein prägender Bestandteil ihrer Biografie: die Sibille-Hartmann-Straße im Kölner Stadtteil Zollstock. Seit 1976 hatte hier das Bundesamt für den Zivildienst (BAZ) seinen Sitz. Im Rahmen der Aussetzung des Zivildienstes 2011 wird das BAZ zum BAFzA – dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

Der neue Name ist Programm: Die Bundesbehörde übernimmt neben der Organisation des neu eingeführten Bundesfreiwilligendienstes in den folgenden Jahren bis heute über 70 Aufgaben in den Bereichen Demokratie und Bildung, Alter und Pflege, Familie und Engagement – darunter die Durchführung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, die Hilfetelefone „Gewalt gegen Frauen“ und „Schwangere in Not“ sowie Programme des Europäischen Sozialfonds.

Nach der Namensänderung und der Aufgabenerweiterung steht 2018 auch eine räumliche Veränderung für die über 1.300 Beschäftigten an. Im Januar bezieht das BAFzA sein neues Hauptgebäude in Köln-Deutz.

2019

Wer einen BFD machen möchte, steht oft vor der Frage: Wie und wo finde ich eine passende Einsatzstelle mit einem freien Platz? Deshalb geht unter dem Motto „Zeit, das Richtige zu finden“ die neue Einsatzstellensuche des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben an den Start. Sie ist erreichbar über die Webseite www.bundesfreiwilligendienst.de oder die URL www.einsatzstellensuche.de.

Von diesem digitalen Angebot profitieren potentielle Freiwillige und Einsatzstellen gleichermaßen. Denn anerkannte Einsatzstellen können schnell und einfach ein individuelles Profil anlegen, den konkreten Einsatzbereich beschreiben und ihre aktuell freien BFD-Plätze anbieten. Motivierte Bewerberinnen und Bewerber finden dadurch nicht nur Einsatzstellen in ihrer Wunschregion und in ihrem Lieblingsbereich, sondern auch freie Plätze mit konkretem Starttermin. Ein einfacher Weg zusammenzufinden – digital und kostenlos.

2020

Der Bundesfreiwilligendienst lebt vom direkten Kontakt, vom persönlichen Gespräch und von den vielen helfenden Händen der Freiwilligen. Durch die Corona-Pandemie ist das im Jahr 2020 zum Teil nur noch sehr eingeschränkt möglich. Abstand halten, Maske tragen und gemeinsamer Verzicht prägen unseren Umgang miteinander. Aber auch in dieser Situation nehmen sich tausend Bundesfreiwillige Zeit, das Richtige zu tun und engagieren sich dort, wo es geht auch weiterhin für die Gesellschaft. Durchschnittlich leisten auch in diesem ganz und gar nicht normalen Jahr pro Monat fast 40.000 Menschen einen BFD.

Der Seminarbetrieb an den Bildungszentren wird pandemiebedingt im Frühjahr 2020 eingestellt, im Sommer unter anderen Bedingungen wieder aufgenommen und ab Oktober nur noch virtuell durchgeführt. Aufgrund der aktuellen Lage wird eine Erweiterung des Einsatzbereiches von Bundesfreiwilligen möglich – um auch dort Hilfe zu leisten, wo sie am nötigsten ist.

Die Plattform www.freiwillige-helfen-jetzt.de vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vernetzt Freiwillige, deren Einsatzstelle coronabedingt geschlossen ist und die dennoch helfen wollen mit gemeinwohlorientierten Einrichtungen, die in dieser Zeit dringend Unterstützung benötigen. „Unser Land braucht gerade jetzt an vielen Stellen Hilfe und Unterstützung, Deutschland lebt derzeit langsamer, es arbeitet anders, aber es steht nicht still“, so Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) im April 2020. „Mit ‚Freiwillige helfen jetzt‘ bringen wir die Hilfsbereitschaft zahlreicher Freiwilligendienstleistender leichter dorthin, wo sie willkommen ist.“

Viele Freiwillige haben sich ihren Dienst in diesem Jahr sicherlich anders vorgestellt, haben den direkten Austausch mit anderen Freiwilligen vermisst, konnten mit Klientinnen und Klienten nicht so interagieren, wie sie es sich gewünscht hätten und standen oft vor der Ungewissheit, ob und wie es überhaupt weitergeht. Was das Jubiläumsjahr 2021 für den Bundesfreiwilligendienst bringt, lässt sich kaum vorhersagen. Aber eines ist sicher: soziales Miteinander auf Distanz – das ist eine Herausforderung, die wir nur gemeinsam schaffen. Mit Engagement für das Allgemeinwohl und Verantwortung für Menschen, Tiere und Umwelt. Mit genau dem, wofür der BFD seit 10 Jahren steht.