Zum Inhalt springen Zum Hauptmenü springen
Serena Sprater, 19 Jahre
Franziskus e. V. Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, Hamburg

Auf dem richtigen Weg

Serena Sprater hilft einer Bewohnerin beim Anziehen.
Bildquelle: Serena Sprater

Frau Sprater, der Franziskus e. V. in Hamburg ist eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft. Was ist das Besondere an der Einrichtung?

Serena Sprater: Die Bewohnerinnen und Bewohner des Franziskus e.V. leben und arbeiten, wie der Name schon sagt, hier gemeinsam. Wegen einer geistigen und bei einigen auch körperlichen Behinderung sind sie auf Hilfe angewiesen. Hier in der Wohngemeinschaft erhalten sie die nötige Fürsorge, wobei einige relativ selbstständig leben, wie etwa die WG des Wohntrainingsprojekts, während andere rund um die Uhr betreut werden müssen.

Die Philosophie der Einrichtung baut auf den Lehren Rudolf Steiners auf, die zur Grundlage hat, die Individualität jedes Menschen zu fördern. Bei einer Behinderung ist die Individualität in ihrer Wirksamkeit behindert und nicht die Individualität selbst. Es gilt diese durch künstlerische und therapeutische Maßnahmen zu stärken.

Sie werden während der nächsten zwölf Monate Ihren Bundesfreiwilligendienst hier in der Einrichtung Franziskus e. V. machen. Was sind Ihre Aufgaben?

Serena Sprater: Ich helfe im Wohnbereich in einem der drei Häuser. Dort unterstütze ich die Bewohner bei allen kleineren und größeren Anliegen, zum Beispiel beim Zähneputzen, Waschen oder auch beim Essen, je nach individuellem Bedarf. Außerdem bereiten wir zusammen das Essen vor. Beim Morgenkreis wird besprochen, was ansteht, und beim Abendabschluss lässt man den Tag noch mal Revue passieren, liest vor oder betet.

Warum haben Sie sich dazu entschlossen während Ihres Freiwilligenjahres Menschen mit Behinderung zu unterstützen?

Serena Sprater: Ich war bis zu meinem zwölften Schuljahr Teil einer integrativen Schulklasse in Freiburg im Breisgau. Wir waren 24 Schülerinnen und Schüler, davon vier mit Behinderung. Für mich war das eine wunderbare Erfahrung, ich habe sehr viel von diesen Klassenkameraden mitgenommen. Sie waren unglaublich ehrlich, herzlich und spürten sehr schnell, wenn es einem Mitschüler nicht gut ging. Diese Zeit war für mich prägend, und ich habe schon damals entschieden, beruflich in eine soziale Richtung zu gehen.

Was versprechen Sie sich von dem Jahr als BFDlerin?

Serena Sprater: Ich denke, ich werde bestimmt reifer ins Studium starten. Sich für Menschen mit Behinderung zu engagieren, ist eine gute Lebenserfahrung, bei der man nicht nur viel mitnehmen kann, sondern an der man auch enorm wächst.

Die Einsatzstelle:
Franziskus e.V. ist eine anthroposophische Lebens- und Arbeitsgemeinschaft für Menschen mit geistiger Behinderung.

Webseite der Einsatzstelle:http://www.franziskus.net/ www.franziskus.net/

Der Träger:
Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. fördern Waldorfinitiativen weltweit. Sie beraten und unterstützen durch Spenden über 300 Einrichtungen in fast 70 Ländern.

Webseite des Trägers: www.freunde-waldorf.de/