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Inge Schober, 20 Jahre
Kleines Theater am Südwestkorso, Berlin

Die Bretter, die die Welt bedeuten

Das Bild zeigt Inge Schober vor dem Spiegel in der Garderobe.
Bildquelle: Sara Wolf

Es ist Mittwochabend. Am „Kleinen Theater am Südwestkorso“ im Berliner Stadtteil Friedenau beginnt in zwei Stunden die Vorstellung von „Roses Geheimnis“. Inge Schober muss gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern letzte Vorbereitungen treffen. Die BFDlerin steigt die Stufen zur Bühne hinauf, bringt die Requisiten an ihren Platz, rückt ein paar Stühle und Tische zurecht. Schon huscht sie die schmale Treppe zur Garderobe hinauf. Die frisch gewaschenen Kostüme hängt sie an ihren Platz. Für das Stück heute Abend sind diese eher schlicht, doch hängen hier auch aufwändig gearbeitete Kostüme in schillernden Farben, die sich in den zahlreichen Spiegeln der kleinen Garderobe reflektieren. Die 20-Jährige strahlt über das ganze Gesicht. Für sie hat sich ein Traum erfüllt. Als BFDlerin darf sie ein Jahr lang hinter die Kulissen eines Theaterbetriebs blicken.

Frau Schober, warum haben Sie sich für einen Bundesfreiwilligendienst im Theater entschieden?

Ich liebe das Theater! Mich hat diese Leidenschaft bereits als kleines Mädchen gepackt. Schon früh habe ich in einem Kinder- und Jugendtheater in Gießen mitgewirkt und mich auch in der Theater A G meines Gymnasiums engagiert. Dabei habe ich meine Leidenschaft für die Bühne entdeckt. Ich habe dabei aber auch festgestellt, dass es mir nicht liegt, selbst auf der Bühne zu stehen. Seitdem träume ich davon, Theaterregisseurin zu werden. Hier habe ich nun die Möglichkeit, meine Vorstellungen vom Theaterleben mit der Realität zu vergleichen.

Was sind Ihre Aufgaben am „Kleinen Theater am Südwestkorso“?

Vorerst helfe ich bei den Requisiten und Kostümen. Ich unterstütze dabei, dass alles sauber und am richtigen Platz ist. Ab Dezember 2011 hoffe ich, der Regie unter die Arme greifen zu dürfen. Ich finde es spannend, den Entwicklungsprozess, den ein Stück durchläuft, zu verfolgen. Man beginnt mit einer Vorstellung im Kopf, die dann zunehmend Form annimmt. Die Kostüme, das Bühnenbild - einfach alles entspringt der eigenen Fantasie! Hier erfahre ich, was dieser Beruf mit sich bringt, bevor es hoffentlich nächstes Jahr an die Theaterschule geht.

Wie wird man Theaterregisseurin?

Ich habe noch bis Februar Zeit, Ideen zu sammeln und eine gelungene Mappe an verschiedenen Theaterschulen einzureichen. Für meine Mappe möchte ich gerne ein Theaterstück aufzeichnen. Manche schicken auch einfach ein Bühnenbild ein. Das bleibt jedem selbst überlassen. Doch die Konkurrenz ist enorm, in Gießen gibt es jedes Jahr über 100 Bewerber für den Studiengang „Angewandte Theaterwissenschaften“. Nur 28 werden nach einem harten Auswahlverfahren genommen. Nun hoffe ich die nötige Erfahrung und Inspiration hier am „Kleinen Theater“ zu finden.

Die Einsatzstelle:
Das Kleine Theater am Südwestkorso ist eine Berliner Erstaufführungsbühne. Das Spielplan-Motto lautet Biografien. Es werden Lebensbrüche sowohl berühmter als auch fiktiver Figuren sowohl im Schauspiel als auch in musikalischen Produktionen beleuchtet.

Webseite der Einsatzstelle: kleines-theater.de

Der Träger:
Anbieter der Freiwilligendienste Kultur und Bildung, die sie gemeinsam mit ihren Partnerstrukturen in den Bundesländern umsetzt.

Webseite des Trägers: www.fsjkultur.de/