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Marcel Salzberger, 19 Jahre
Notkerschule der Lebenshilfe Memmingen

Lebenshilfe Memmingen schafft 15 Plätze im Bundesfreiwilligendienst

Ein Porträtbild von Marcel Salzberger.
Bildquelle: Lebenshilfe Memmingen

Ein Gespräch mit Ursula Mader, Geschäftsführerin der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Kreisvereinigung Memmingen/Unterallgäu e.V., Marcel Salzberger (19) und Carolin Reiche (18) aus Memmingen.

Frau Mader, die Lebenshilfe Memmingen betreut verschiedene Einrichtungen zur Förderung von behinderten Kindern und Jugendlichen. In vielen Arbeitsbereichen waren in den vergangenen 20 Jahren Zivildienstleistende tätig. Fällt es schwer, Abschied zu nehmen?

Ursula Mader: Im Grunde nicht. Es war schon eine ganze Zeit lang klar, dass die Wehrpflicht ausgesetzt wird, und wir hatten als Einrichtung doch genug Zeit, uns Gedanken über den neuen Dienst zu machen. Außerdem hat der Bundesfreiwilligendienst für uns auch Vorteile: Durch die Dauer von bis zu 18 Monaten kann man besser planen und eventuell noch weitere Einsatzgebiete erschließen.

Von der Anzahl der Bewerber für den Bundesfreiwilligendienst waren wir trotzdem angenehm überrascht. Man kann sagen, dass wir für das kommende Jahr sehr gut ausgestattet sind.

Wie haben Sie auf die Lebenshilfe Memmingen aufmerksam gemacht?

Ursula Mader: Wir haben auf jeden Fall von unserem guten Ruf profitiert. Allerdings kann man sich nicht zurücklehnen, sondern muss auch selbst aktiv werden. Neben der Mund-zu-Mund-Propaganda waren auch die Aushänge an Schulen und der direkte Kontakt zu Schülerinnen und Schülern wichtig. Wir haben ganz gezielt für den Bundesfreiwilligendienst geworben.

Im Bundesfreiwilligendienst können sich auch Menschen über 27 Jahren engagieren. Kann ein freiwilliger Dienst für „ältere“ Menschen funktionieren?

Ursula Mader: Auf jeden Fall. Wir haben jetzt schon viele „Spätberufene“, die als Quereinsteiger zu uns gekommen sind und eine Ausbildung bei uns machen oder als Pflegekraft arbeiten. Um Leute, die aus einem völligen anderen Bereich kommen, für neue Berufe zu interessieren, ist der Bundesfreiwilligendienst also genau das Richtige.

Herr Salzberger, Frau Reiche, Sie sind gerade mit dem Gymnasium und der Fachoberschule fertig. Am 1. September fangen Sie in der Notkerschule der Lebenshilfe Memmingen, einer Bildungseinrichtung für behinderte Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 20 Jahren, an. Wie sind Sie dazu gekommen?

Marcel Salzberger: Eigentlich wollte ich erst ein Jahr im Ausland verbringen. Das war leider zu teuer. Eine Freundin aus der Schule hat mir dann von der Lebenshilfe erzählt und ich habe mich hier vor Ort nach Bundesfreiwilligendienstplätzen umgehört. Und ich muss sagen, es muss nicht unbedingt das Ausland sein. Es gibt auch vor der eigenen Haustür gute Angebote.

Carolin Reiche: Ich habe während meiner Zeit an der Fachoberschule bereits verschiedene Praktika in sozialen Einrichtungen absolviert und möchte später auch in diesem Bereich arbeiten. Allerdings weiß ich noch nicht genau, was ich machen will. Es gibt ja viele verschiedene Berufsfelder zu entdecken, die man erstmal kennen lernen muss – vom Ergotherapeuten bis zum Pädagogen. Als ich auf die Lebenshilfe Memmingen mit ihren verschiedenen Einrichtungen aufmerksam geworden bin, habe ich gleich gemerkt, dass ich meine Berufsvorstellungen hier konkretisieren kann.

Was erhoffen Sie sich persönlich vom Bundesfreiwilligendienst in der Lebenshilfe?

Marcel Salzberger: Die Arbeit mit behinderten Menschen ist sicher eine Herausforderung. Ich bin sicher, dass ich bei meiner Arbeit viel über den gegenseitigen Umgang mit Menschen lernen kann. Außerdem betreuen wir in der Notkerschule größtenteils Kinder. Da ich später selber Kinder haben möchte, ist dies sicher auch sehr spannend.

Ursula Mader: Unsere Freiwilligen können sich auch immer mit dem Fachpersonal austauschen. Sei es bei der Unterstützung der Pädagogen in den einzelnen Klassen oder auf Ausflügen, es ist stets ein Ansprechpartner da. Durch diesen Dialog baut man auch gewisse Schranken und Hemmungen ab.

Marcel Salzberger (19) stammt aus Memmingen und wird sich nach dem Abitur ab dem 1. September in der Notkerschule der Lebenshilfe Memmingen im Bundesfreiwilligendienst engagieren.

Carolin Reiche (18) aus Memmingerberg absolviert nach ihrem Fachoberschulabschluss ebenfalls den Bundesfreiwilligendienst an der Notkerschule der Lebenshilfe Memmingen.

Die Einsatzstelle:
Die Notkerschule ist ein privates Förderzentrum für Menschen mit geistiger Behinderung. Zur Notkerschule gehören ein heilpädagogischer Kindergarten und eine Tagesstätte sowie eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.

Webseite der Einsatzstelle: www.lebenshilfe-memmingen.de

Der Träger:
Die Lebenshilfe Memmingen/Unterallgäu e.V. ist ein Zusammenschluss von Eltern, Sorgeberechtigten, Freunden und Förderern behinderter Menschen. Aufgabe und Zweck des Vereins ist es, Einrichtungen für behinderte Menschen aller Altersstufen in Memmingen und im Landkreis Unterallgäu anzubieten.

Webseite des Trägers: www.lebenshilfe-memmingen.de