Zum Inhalt springen Zum Hauptmenü springen
Lavinia Magney, 20 Jahre
Chorakademie Dortmund

Musik liegt in der Luft

Sie war selber Schülerin der Chorakademie in Dortmund, für ihren Bundesfreiwilligendienst hat Lavinia Magney die Seiten gewechselt und mischt nun hinter den Kulissen von Europas größter Singschule mit.

Morgens ist es noch ruhig in den Fluren der Chorakademie in der Dortmunder Innenstadt. Die Singschüler kommen erst am Nachmittag. Doch für Lavinia beginnt der Tag schon um halb neun und so nutzt die 20-Jährige die Zeit für Büroarbeiten, bereitet Anwesenheitslisten vor, schreibt Kündigungsbestätigungen und recherchiert Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurants für die nächsten Chorfahrten. Doch die junge Frau verbringt ihren Bundesfreiwilligendienst nicht nur am Schreibtisch: „Ich könnte keine 40 Stunden pro Woche nur im Büro sitzen. Ich habe hier die Abwechslung durch die Betreuung von Konzerten und Chorfahrten.“ Karten- und CD-Verkauf bei Veranstaltungen, Betreuung der Chormitglieder und auch schon mal der Aufbau eines E-Pianos gehören zu Lavinias Aufgaben. So bekommt sie Einblick in alle Bereiche der Chorakademie.

Vor dem Bundesfreiwilligendienst hat Lavinia das Gymnasium besucht und das erste Halbjahr der 12. Klasse abgeschlossen. Eine ganz schöne Umstellung – denn nach dem Ausstieg aus der Schule hat sie erst einmal Pause gemacht: „Das war eher ein Rumhängen und auf sich selbst konzentrieren. Dann direkt mit einer 40-Stunden-Woche zu starten war am Anfang schon echt anstrengend.“ Nach ein paar Wochen war sie aber voll drin und hatte sich an die neue Umgebung und die neuen Aufgaben gewöhnt.

Dass ihr der Dienst etwas für die Zukunft bringt, davon ist die junge Frau überzeugt: „Ich habe mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit fremden Menschen, bekomme Übung im Telefonieren und darin, Leute anzusprechen. Auch die Kinder und Jugendlichen geben einem immer etwas mit.“

Am allerschönsten im Bundesfreiwilligendienst findet Lavinia das Gefühl, nicht alleine zu sein, sondern sich mit anderen Freiwilligen vernetzen zu können. Daher gefallen der 20-Jährigen die Seminarfahrten besonders gut. „Wenn man so seine Arbeit erledigt, denkt man, dass man die einzige Bufdi ist. Aber wenn man dann die Seminarfahrten macht, sieht man, wie viele es wirklich sind und dass da diese Gemeinschaft ist.“ Bei den Treffen kommen Bundesfreiwillige aus vielen Orten zusammen und man bekommt Eindrücke von ganz verschiedenen Einsatzstellen. „Das finde ich immer schön“, freut sich Lavinia.

Die Einsatzstelle: Was vor einigen Jahren mit einem Kirchen-Chor begann, ist inzwischen zur größten Singschule Europas angewachsen. 1000 Schüler aller Altersklassen singen in 30 Chören, absolvieren Auftritte (etwa 150 im Jahr), haben Stimmbildungsunterricht und nehmen an Workshops teil. 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten die Chorakademie in der Dortmunder Innenstadt am Laufen: Festangestellte, freie Mitarbeiter, Azubis und die Freiwilligen arbeiten Hand in Hand. Die Schule finanziert sich durch Fördermittel der Stadt, Mitgliedsbeiträge, Auftrittshonorare und Sponsorengelder.

Webseite der Einsatzstelle: www.chorakademie.de

Text von Sandra Langen-Straeter