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Annika Schneider, 18 Jahre
Reha Westpfalz, Landstuhl

Zwei auf dem gleichen Weg bei der Begleitung von Menschen mit Behinderung

Das Foto zeigt die beiden Bundesfreiwilligen Marco Steis und Annika Schneider. Sie stehen neben dem Logo der Reha – Westpfalz.
Bildquelle: Walter Mühlhölzer

Annika Schneider und Marco Steis, seit dem 1. August 2011 engagieren Sie sich im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes in der Tagesförderstätte der Reha-Westpfalz in Rheinland-Pfalz. Was sind Ihre Aufgaben?

Marco Steis: Ich helfe bei der Betreuung einer kleinen Gruppe. Alle sieben Personen sind im Erwachsenenalter und schwerst- und mehrfachbehindert, oder SMB, wie man das hier nennt. Morgens werden sie bei ihren Familien oder im Wohnheim abgeholt, um den Tag hier bei uns zu verbringen. Als erstes reichen wir ihnen das Frühstück und helfen bei den Toilettengängen, wobei viele gewickelt werden müssen. Danach unternehmen wir etwas, etwa einen kleinen Spaziergang, spielen Ball oder hören Musik.

Annika Schneider: Ich betreue gemeinsam mit zwei Erzieherinnen und einer Krankenschwester eine andere Gruppe. Die meisten Gruppenmitglieder benötigen umfassende Hilfen, einige sind relativ selbstständig und nicht auf einen Rollstuhl angewiesen. Grundsätzlich ist der Tagesablauf bei allen Gruppen ähnlich.

Jeden Dienstag kommen wir alle zu einem Singkreis zusammen. Dabei spielt ein Betreuer Gitarre und wir begleiten ihn so gut es geht mit Gesang. Donnerstags veranstalten wir sogar eine Disko. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen auf ihre Weise, dass es ihnen Spaß macht, manche bewegen sich zur Musik, und manchmal tanzen wir mit ihnen gemeinsam mit den Rollstühlen durch den Saal.

Gibt es auch besondere Momente, die Sie mit den Betreuten teilen können?

Marco Steis: Ich denke, für viele ist es das Größte, hier zu sein. Immer ist was los, sie treffen andere Menschen und können auch mal ausgelassen sein. Oft spüre ich ihre Freude deutlich. Diese drücken sie beispielsweise mit einem Lächeln aus. Eine Betreute hat mir einmal gesagt, dass sie mich mag. Das hat mich schon gefreut.

Annika Schneider: Anfänglich waren sie zwar misstrauisch gegenüber uns „Neuen“, aber spätestens, als es hieß „Komm Annika, lass uns spielen!“ wusste ich, dass sie mich akzeptiert hatten.

Was möchten Sie nach Ihrem Einsatz als BFDler tun?

Annika Schneider: Ich möchte auf jeden Fall weiter in einem Pflegeberuf arbeiten. Ich denke, das passt zu mir.

Marco Steis: Ich habe mich bereits hier in der Reha-Westpfalz im Wohnheim für eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger beworben. Hoffentlich klappt es! Aber als BFDler habe ich zum Glück ja schon mal einen Fuß in der Tür.

Die Einsatzstelle:
Das teilstationäre Angebot der Tagesförderstätte richtet sich an erwachsene Menschen mit schwersten Körper- und Mehrfachbehinderungen.

Webseite der Einsatzstelle: www.reha-westpfalz.de/rw