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Newsletter Nr. 02 vom 26. Januar 2011 - Zukunft des Zivildienstes

BEGRÜSSUNG

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die sehr positive Resonanz auf die erste Ausgabe des Newsletters.

Diese - wie künftig alle alten Ausgaben - können Sie jederzeit im Internet unter http://www.zivildienst.de/Navigation/Home/BfZ-Newsletter/BfZ-Newsletter_node.html abrufen.

Es ist mir ein großes Anliegen, noch einmal mit aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, dass angesichts der rasanten Entwicklungen dieser Newsletter die einzige Möglichkeit darstellt, Sie kurzfristig über die Aussetzung des Zivildienstes und die von Bundesfamilienministern Schröder initiierte Einführung des Bundesfreiwilligendienstes zu informieren. Bitte machen Sie deshalb auf allen Ihnen zur Verfügung stehenden Kanälen insbesondere alle bisherigen Zivildienststellen sowie alle Einrichtungen, die sich für den Einsatz von Freiwilligen interessieren könnten, nachdrücklich auf diesen Newsletter aufmerksam. Vielen Dank.

Schwerpunkt dieses Newsletters ist die Frage nach der Schaffung und Anerkennung von Einsatzplätzen des Bundesfreiwilligendienstes. Wie immer stehen alle Informationen unter dem Vorbehalt der Verabschiedung der entsprechenden gesetzlichen Regelungen.

Mit allen guten Wünschen und
mit freundlichen Grüßen
Jens Kreuter

 

1. AUSBAU UND STÄRKUNG DER JUGENDFREIWILLIGENDIENSTE FSJ UND FÖJ

Das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr sollen nicht nur fortgeführt, sondern ausgebaut und gestärkt werden. Für Träger und Einsatzstellen von FSJ und FÖJ besteht keine Notwendigkeit, Strukturen und Verfahren zu verändern. Veränderungen entstehen allenfalls dadurch, dass der Bundeszuschuss für die pädagogische Begleitung der Freiwilligen auf bis zu 200 Euro pro Monat und Freiwilligem erhöht werden soll und dass künftig alle Plätze, auch die bei kleinen, regionalen Trägern, gefördert werden sollen. Sie können als FSJ/FÖJ-Träger also bereits heute mit interessierten Jugendlichen Verträge über ein z. B. im September 2011 beginnendes FSJ/FÖJ schließen und dabei mit einer erhöhten Bundesförderung planen.

 

2. BISHERIGE ZIVILDIENSTSTELLEN

Der vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf des Bundesfreiwilligendienstgesetzes sieht vor, dass alle nach dem Zivildienstgesetz anerkannten Dienststellen und -plätze automatisch als Einsatzstellen und Plätze des Bundesfreiwilligendienstes anerkannt sind. Wenn Ihre Einrichtung über Zivildienstplätze verfügt, auch wenn diese schon längere Zeit nicht besetzt waren, müssen Sie nichts unternehmen - außer, um Freiwillige zu werben. Zusätzliche Plätze werden wie bisher in der Regel kurzfristig vom bisherigen Bundesamt für den Zivildienst anerkannt. Bitte beachten Sie aber unbedingt die unten aufgeführten Hinweise zum Thema "Koppelung".

 

3. BISHERIGE EINSATZSTELLEN DER JUGENDFREIWILLIGENDIENSTE FSJ/FÖJ

Da die Bundesregierung die zivilgesellschaftlich organisierten Jugendfreiwilligendienste FSJ und FÖJ auf keinen Fall gefährden, sondern vielmehr ausbauen und stärken möchte, ist eine Umwidmung bisheriger FSJ- oder FÖJ-Plätze in Plätze des Bundesfreiwilligendienstes ausdrücklich nicht vorgesehen.

Selbstverständlich steht es bisherigen FSJ/FÖJ-Einsatzstellen offen, sich beim bisherigen Bundesamt für den Zivildienst zusätzlich um die Anerkennung als Einsatzstelle des Bundesfreiwilligendienstes für zusätzliche Plätze zu bemühen.

Sie können davon ausgehen, dass Sie als anerkannte Einsatzstelle der Jugendfreiwilligendienste alle notwendigen Voraussetzungen für den Bundesfreiwilligendienst erfüllen und deswegen zusätzliche Plätze als BFD-Plätze zeitnah anerkannt werden. Auch in der künftigen Praxis muss gewährleistet sein, dass zusätzliche BFD-Plätze auf keinen Fall bestehende FSJ- oder FÖJ-Plätze verdrängen.

 

4. EINRICHTUNGEN, DIE BISHER WEDER ZIVILDIENST NOCH JUGENDFREIWILLIGENDIENSTE ANGEBOTEN HABEN

Da die Angebote, sich zu engagieren, insgesamt ausgebaut werden sollen, ermutige ich Sie sehr, künftig Freiwilligendienstplätze anzubieten. Sie können sich sowohl von einem anerkannten FSJ- oder FÖJ-Träger als Einsatzstelle von FSJ/FÖJ als auch vom bisherigen Bundesamt für den Zivildienst als Einsatzstelle des Bundesfreiwilligendienstes anerkennen lassen. Viel wird dafür sprechen (s.u. zum Thema "Koppelung"), dass Sie sich gleichzeitig um beide Anerkennungen bemühen.

 

5. "KOPPELUNGSMODELL"

Um negative Auswirkungen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) auf die bestehenden und bewährten, zivilgesellschaftlich organisierten Jugendfreiwilligendienste (JFD) auszuschließen, wird der BFD auf Bundesebene an die JFD gekoppelt.

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass es nicht mehr Freiwillige im BFD als im FSJ/FÖJ geben soll. Gewährleistet wird diese Koppelung über auf Bundesebene angesiedelte Zentralstellen. Jede Einsatzstelle muss sich (mindestens) einer Zentralstelle zuordnen.

Viel spricht nach meiner persönlichen Einschätzung dafür, dass die Zentralstellen in der Regel die Koppelung weitergeben werden. Vereinfacht ausgedrückt: Rechnen Sie damit, dass Sie den nächsten geförderten BFD-Platz erst dann erhalten, wenn Sie einen weiteren FSJ-Vertrag vorgelegt haben. Ein Überhang an FSJ/FÖJ-Freiwilligen gegenüber BFD-Freiwilligen ist dabei nicht nur unproblematisch, sondern engagementpolitisch sogar begrüßenswert.

In vielen Fällen wird es notwendig sein, dass eine Einrichtung sowohl für den Bundesfreiwilligendienst als auch für das Freiwillige Soziale Jahr anerkannt ist. Ich empfehle daher insbesondere allen bisherigen Zivildienststellen im Sozialbereich, sich umgehend um eine Anerkennung als Einsatzstelle im FSJ zu bemühen. Dafür wenden Sie sich bitte an einen bestehenden FSJ-Träger. Weitere Informationen einschließlich Adressen erhalten Sie hier.

 

6. ZENTRALSTELLEN

Da jede Einsatzstelle des BFD sich (mindestens) einer Zentralstelle zuordnen muss, kommt den Zentralstellen eine wichtige Funktion bei der Durchführung des BFD zu. Vornehmlich werden die Zentralstellen aus den bestehenden bundeszentralen Trägern des FSJ hervorgehen.

Für Einsatzstellen, die dies möchten, wird eine eigene Zentralstelle beim bisherigen Bundesamt für den Zivildienst (www.zivildienst.de) eingerichtet werden; auch hier empfehle ich eine schnelle Kontaktaufnahme.

Eine Zuordnung zu mehr als einer Zentralstelle wird nur in sehr wenigen Ausnahmefällen in Betracht kommen, vor allem dann, wenn innerhalb einer Einrichtung zwei völlig verschiedene Programme angeboten werden, z.B. sowohl das FSJ als auch das FÖJ. Insbesondere ist diese Möglichkeit vorgesehen für diejenigen Einsatzstellen, die auch an internationalen Programmen teilnehmen.

Solche "Incoming"-Freiwilligen werden in der Regel über andere Träger und daher ggfs. über andere Zentralstellen vermittelt als in Deutschland lebende Freiwillige.

 

 

IMPRESSUM

Der Newsletter wird herausgegeben vom Bundesbeauftragten für den Zivildienst.

E-Mail
Internet: http://www.zivildienst.de
Rochusstraße 8 - 10
53123 Bonn
Telefon: 0228 930-2723
Fax: 0228 930 4905

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